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Congress Centrum Nord der Koelnmesse: Hier fand am 8. Juni die BRV-Mitgliederversammlung 2026 statt.

Blick auf das MV-Podium: Motto der Veranstaltung, Vorstände (vor der Wahl) und Geschäftsführung.


Unter dem Motto “Perspektiven - was geht, was kommt, wie bleibt die Branche agil?” fand am Montag, 8. Juni die  BRV-Mitgliederversammlung 2026 in Köln statt. Rund 280 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und besuchten die Veranstaltung, die am Vortag der Eröffnung der internationalen Branchenleitmesse THE TIRE COLOGNE 2026 im Congress Center Nord der Koelnmesse stattfand. Im Mittelpunkt der MV stand in diesem Jahr die Frage, wie sich die Reifenhandelsbranche angesichts veränderter Konsumgewohnheiten, steigender Kosten, Personalknappheit und Nachfolgeproblemen sowie des zunehmenden Wettbewerbs zukunftsfähig aufstellen kann.

 

Der BRV-Vorsitzende Stephan Helm eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Teilnehmer. Anschließend bat er Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse GmbH, für ein Grußwort auf die Bühne. Dieser verantwortet als Chief Operating Officer (COO) das weltweite Messe- und Veranstaltungsportfolio, also auch die vom BRV ideell getragene THE TIRE COLOGNE. In seiner Ansprache unterstrich der Messegeschäftsführer die Rolle der Messe als Zukunftsplattform der internationalen Reifen- und Räderbranche und hob hervor: „Die kommenden Tage werden zeigen, wie viel Innovationskraft, Know-how und Veränderungsbereitschaft in dieser Branche steckt. Die THE TIRE COLOGNE 2026 möchte dafür Bühne, Impulsgeberin und internationaler Treffpunkt zugleich sein.“

Koelnmesse-COO Oliver Frese beim Grußwort: Die BRV-MV fand am Vortag der Eröffnung der Branchenleitmesse THE TIRE COLOGNE 2026 statt.

Weiter ging es im ersten großen Themenblock der Veranstaltung mit Berichten aus dem Verband: Stephan Helm skizzierte anhand der vom BRV erhobenen Daten den Verlauf des Geschäftsjahres 2025 und die aktuelle Branchensituation. Mit Bezug auf das Motto der MV forderte er die BRV-Mitglieder abschließend auf: „Ich lade Sie alle ein, den Wandel aktiv zu gestalten, Entwicklungen in Technik, Regulierung und Markt, aber auch in Ihren Unternehmen früh aufzugreifen und gemeinsam als Verbandsmitglieder und Branche durch starke Strukturen, engagierte Menschen und Verantwortung agil und zukunftsfähig zu bleiben.“ Eine starke Interessenvertretung und verlässliche Zusammenarbeit seien wichtige Voraussetzungen, um die Branche sicher durch Veränderungen zu führen, so betonte er dabei.

Der anschließende Bericht von BRV-Geschäftsführer Yorick M. Lowin zur Arbeit des BRV fokussierte auf die Themen Aus- und Weiterbildung sowie auf neue Gesetzesvorschriften und deren Auswirkungen auf die Branche. Mit Blick auf die rückläufigen Ausbildungszahlen im Reifenhandwerk hob er hervor, dass auch gezielte Ausbildung als zukunftssichernde Maßnahme zur Agilität der Branche beitrage. In punkto Weiterbildung verwies Lowin auf das umfangreiche BRV-Lehrgangsprogramm, das von der Branche nach wie vor auch gut genutzt werde. 
Abschließend gab der BRV-Geschäftsführer ein paar konkrete Beispiele für Themen aus der Gesetzgebung auf nationaler und europäischer Ebene, in denen der Verband aktuell als Interessenvertreter für die Branche aktiv ist und seine Mitglieder stets über neueste Entwicklungen informiert, darunter Entwaldungsverordnung, Chemikalien-Klimaschutzgesetz und Novelle der Abfallverbringungsverordnung. 

Wie immer schlossen sich die von der Verbandssatzung vorgegebenen Formalien an: Der BRV-Jahresabschluss 2025 wurde von der Geschäftsführung vorgelegt und nach dem Bericht der Rechnungsprüfer in offener Abstimmung durch Heben der Stimmkarten genehmigt, es folgten Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung für das vergangene Geschäftsjahr sowie Vorlage und Genehmigung des Haushaltsplanes 2026. (Die Beschlussvorlagen hierzu sind Bestandteil der Tagungsmappe; Download für Mitglieder siehe unten.)
Abschließend wurden die beiden Rechnungsprüfer Andreas Arnold und Peter Lüdorf, die sich auch für das kommende Jahr noch einmal zur Wahl stellten, in einer offenen Abstimmung wiedergewählt. 
Wie von BRV-Mitgliederversammlungen gewohnt, gingen alle diese Formalien ohne Diskussionen zügig über die Bühne.

Offene Abstimmung mit Stimmkarte: Die satzungsgemäßen Formalien gingen reibungslos über die Bühne.

Berichtete zur Lage der Branche: BRV-Vorsitzender Stephan Helm.

Nichts zu beanstanden in der Verbandsbuchhaltung: Rechnungsprüfer Peter Lüdorf.

BRV-Geschäftsführer Yorick Lowin: Er gab auf der MV Einblicke in die Arbeit des Verbandes.


Als nächster Punkt stand die regelmäßig alle drei Jahre stattfindende Neuwahl des BRV-Vorstandes auf der Tagesordnung. Alle amtierenden Vorstandsmitglieder hatten sich zur Wiederwahl gestellt, neu kandidierten in diesem Jahr die Reifenhandelsunternehmerinnen Bettina Jens und Juliane Pinke. Nach einer kurzen Vorstellung der Kandidierenden gaben die anwesenden Stimmberechtigten in drei Wahlgängen ihre Voten für den Vorsitzenden, den stellvertretenden Vorsitzenden und die Beisitzer/innen des BRV-Vorstands der Amtsperiode 2026-2029 ab. 

Nach Auszählung der Stimmzettel wurde verkündet, dass alle Kandidierenden in die Ämter gewählt wurden, für die sie sich zur Verfügung gestellt hatten. Alle nahmen die Wahl an; damit setzt sich der BRV-Vorstand jetzt wie folgt zusammen: 
Vorsitzender: Stephan Helm (Reifen Helm, Hamburg)
stv. Vorsitzender: Roland Richter (point S Reifen Richter, Wenigerode)
Beisitzende:
Nikolaus M. Ehrler (Reifen-Ehrler, Leonberg)
Bettina Jens (Reifen Jens, Düsseldorf)
Marc Johann (premio Reifen- und Autoservice Johann, Köln)
Rolf Körbler (Driver Handelssysteme, Breuberg)
Thomas Ludwig (Reifenzentrale Rieger & Ludwig, Augsburg)
Juliane Pinke (Reifen Pinke, Brilon)
Goran Zubanovic (Goodyear Retail Systems, Köln).

Nachdem als erste und bislang einzige Frau Claudia Gressel-Holthaus von 2002 bis 2011 im BRV-Vorstand amtierte, verstärken jetzt zwei Unternehmerinnen das verbandliche Führungsgremium und der ehrenamtliche Vorstand des BRV ist für die Amtsperiode 2026-2029 mit insgesamt neun Personen besetzt. Die Aufstockung um zwei Personen im Beisitz zielt auf eine frühzeitige, von Kontinuität geprägte Nachfolgeregelung an der Verbandsspitze ab: Schon jetzt zeichnet sich ab, dass aus Altersgründen zwei der langjährigen Gremiummitglieder bei der nächsten BRV-Vorstandswahl nicht mehr kandidieren werden.

Stimmauszählung zur Vorstandswahl: Flankiert von Rechtsanwalt Dr. Frank Markus Döring, werteten Dagmar Schlebusch und Regina Hartmann aus dem BRV-Geschäftsstellenteam die abgegebenen Wahlzettel aus (v.r.n.l.).

BRV-Vorstand und Geschäftsführung nach der Vorstandswahl auf der MV 2026, v.l.n.r.: Goran Zubanovic, Thomas Ludwig, Roland Richter, Rolf Körbler, Juliane Pinke, Stephan Helm, Yorick M. Lowin, Bettina Jens, Marc Johann, Nikolaus M. Ehrler und Michael Schwämmlein.

Michael Schwämmlein, BRV-Geschäftsführer Technik, berichtete auf der MV zu neuen Entwicklungen in Technik und Gesetzgebung. Themen seines Vortrags waren in diesem Jahr waren der Status Quo bei der Prüfung von Ladeleitungen und Notladeleitungen im Rahmen der UVV-Fahrzeugprüfung an E-Fahrzeugen, der vorliegende Vorschlag zur Anpassung der EU-Taxonomieverordnung in Bezug auf runderneuerte Reifen, neuere (überraschende) Erkenntnisse zur Absicherung von Pannen-Einsatzstellen auf Bundesautobahnen und Fernstraßen in Deutschland, künftig unzulässige Reifentypen aufgrund verschärfter Umwelt- und Sicherheits-Eigenschaften bei Reifen sowie warnende Hinweise auf verstärkte Kontrollen der Einhaltung von Pflichten, die sich für Handels- und Werkstattbetriebe aus der Reifenkennzeichnungsverordnung (EU-Reifenlabel) ergeben. Wer sich hierzu auf den aktuellen Stand bringen möchte: Die MV-Präsentation mit allen Vortragscharts steht unten zum Download zur Verfügung.

BRV-Geschäftsführer Technik Michael Schwämmlein: In seinem MV-Bericht ging es um aktuelle Themen aus Technik und Gesetzgebung, die für Werkstatt und Verkauf relevant sind.

Weitere Impulse zum Motto der diesjährigen MV setzten die Tagesordnungspunkte, die nach dem ersten großen Themenblock und der anschließenden Kaffeepause folgten.

Kollegiales Miteinander: Die drei Gewinner im Wettbewerb um den diesjährigen BRV Ausbildungs-Award gratulierten sich bei der Preisverleihung auch gegenseitig.

Die Sicherung von Fachkräften ist einer der Schlüsselfaktoren, die die Branche agil halten und ihr langfristige Perspektiven geben. Wie die Berufsausbildung in Reifenhandels- und -servicebetrieben dazu beitragen kann, motivierten Branchennachwuchs zu gewinnen, zeigte die Verleihung der BRV Ausbildungs-Awards, zu der die drei diesjährigen Sieger Ben Fritz Vetter (Gold), Maya Wellmann (Silber) und Elias Radermacher (Bronze) auf die Bühne gerufen wurden. Auch hier noch einmal herzlichen Glückwunsch an die Top3! 
Details zu den diesjährigen Preisträgern siehe in unserer Pressemitteilung zur Preisverleihung

Hier sind auch die Videos aus ihren Bewerbungen um den Award:

Gold: Ben Fritz Vetter

Silber: Maya Wellmann

Bronze: Elias Radermacher


In seiner Keynote zur BRV-Mitgliederversammlung nahm Zukunftsforscher Professor Dr. Ulrich Reinhardt unter dem Thema „Konsumwelt 2030 – zwischen Schnäppchenmentalität und Serviceoffensive“ Einstellungen der Verbraucher und das Konsumverhalten in den Fokus. Persönliche Beratung bezeichnete der wissenschaftliche Leiter der „Stiftung für Zukunftsfragen – eine Initiative von BAT“ dabei als Gegengewicht zur zunehmenden Digitalisierung und Anonymisierung; kompetente Beratung hilft angesichts des von Verbrauchern zunehmend als zu groß und unübersichtlich empfundenen Angebots zudem bei der Kaufentscheidung. Daraus ergeben sich für Unternehmen gerade in beratungsintensiven Branchen wie dem Reifenhandel Chancen, die es zu nutzen gilt. 

Begeisterte die Zuhörer mit seiner Keynote zum Verbraucher- und Konsumverhalten: Zukunftsforscher Prof. Dr. Ulrich Reinhardt.

Was kommt, was geht – dieser Teil des MV-Mottos ist zugleich der Inbegriff eines Problems, mit dem sich Unternehmen des deutschen Mittelstandes zunehmend konfrontiert sehen: der Regelung der Unternehmensnachfolge. Welche Herausforderungen damit verbunden sind, wie ein Nachfolgeprozess gestaltet werden sollte, wie die Nachfolge in Betrieben ganz unterschiedlicher Größe gelingen kann und welchen Beitrag externe Berater dazu leisten können, dazu gab die Podiumsdiskussion zum Thema Nachfolge Aufschluss. 
Unter Moderation des Journalisten Christian David gaben der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Gründer des Beraternetzwerks „die Nachfolgeexperten e.V.“ Harald Braschoß, die Familienunternehmer in 3. und 4. Generation Jörg und Juliane Pinke sowie Johannes Kuderer, Geschäftsführer der Pneuhage Management GmbH, im Talk auf der Bühne praxisnahe Einblicke und wertvolle Tipps. 
Das Fazit zum Mitnehmen brachte abschließend der Moderator auf den Punkt: Unternehmensnachfolge hat viele Facetten und ist in jedem Unternehmen individuell anders. Eine Musterlösung, die auf alle passt, gibt es deshalb nicht. Klar ist nur – das Thema darf man nicht aussitzen, man muss es so früh wie möglich aktiv angehen.
Viele Impulse dazu konnten die Zuhörer aus der Podiumsdiskussion mitnehmen.

Ihre angeregte Gesprächsrunde brachte in 45 Minuten viele Impulse zum Thema Unternehmensnachfolge: die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v.l.) Johannes Kuderer (Pneuhage), Juliane und Jörg Pinke (Reifen Pinke), Harald Braschoß (die Nachfolgeexperten e.V.) und Moderator Christian David.

Pneuhage-Geschäftsführer Johannes Kuderer brachte zwei verschiedene Perspektiven in die Podiumsdiskussion zum Thema Unternehmensnachfolge ein: die einer Unternehmensgruppe, die schon einige Betriebe mangels interner Nachfolger übernommen hat und weiterführt, und die des Familienunternehmens, in dem auch die Nachfolge geregelt werden muss.

Jörg und Juliane Pinke: Vater und Tochter gaben im Zuge der Podiumsdiskussion lebendige Einblicke in die Nachfolgeregelung des von ihnen in 3. und 4. Generation geführten, mittelständischen Familienunternehmens Reifen Pinke.

Unternehmensnachfolge aus Sicht des Nachfolgeexperten: Moderator Christian David (r.) fragte den Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Harald Braschoß (r.) vom Beraternetzwerk "die Nachfolgeexperten" explizit, worauf bei der Nachfolgeregelung besonders zu achten ist.


Bei der anschließenden Preisverleihung zum neuen BRV Service-Award stand die Qualität der Beziehungen zwischen Reifenhandel und -herstellern im Fokus. Bewertet von den BRV-Mitgliedern, wurden hier Falken (Gold), Michelin (Silber) und Bridgestone (Bronze) als Top-Partner 2026 des Reifenhandels im Segment Consumer-Reifen ausgezeichnet. Auch hierzu gibt es Details in unserer Pressemitteilung zum Service-Award

Preisverleihung zum BRV Service-Award 2026: Als Vertreter der ausgezeichneten Top-3-Industriepartner des Reifenhandels im Segment Consumer-Reifen nahmen Thomas Langer (2.v.l.), Sales Director Germany Replacement der Dunlop Tyre Europe GmbH (Gold für die Marke Falken), Markus Bast (2.v.r.), Managing Director DACH - Direktor Vertrieb B2B DACH bei der Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA (Silber für Michelin), und Markus Mozdzanowski (l.), Leiter Vertrieb Reifenhandel bei der Deutschland-Niederlassung der Bridgestone Europe NV/SA (Bronze für Bridgestone) vom BRV-Vorsitzenden Stephan Helm (r.) die Glückwünsche und Urkunden entgegen.


Nach dem offiziellen Teil der Mitgliederversammlung im Congress Center der Koelnmesse bot das abendliche Branchen-Get-Together, zu dem der BRV in die nahegelegene Eventlocation KölnSKY eingeladen hatte, Gelegenheit zu Austausch und Networking in entspanntem Ambiente. 
Hier wurden auch Verbandsmitglieder für ihre langjährige Treue zum BRV geehrt. Vertreter aus 24 der insgesamt 253 Unternehmen, deren BRV-Beitritt sich 2026 zum 10., 20., 25., 30. oder 35. Mal jährt, waren der Einladung nach Köln gefolgt und nahmen den Dank vom Verband und ihre Jubiläums-Urkunden persönlich entgegen. Allen Jubilaren, die nicht dabei sein konnten und ihre Urkunden per Post zugesandt bekommen: herzlichen Dank an dieser Stelle!

Ehrungen zum Verbandsjubiläum: Vertreter aus 23 BRV-Mitgliedsunternehmen waren der Einladung nach Köln gefolgt und nahmen beim abendlichen Get-Together zur Mitgliederversammlung Dank und Urkunden für 10, 20, 25, 30 oder 35 Jahre Treue zum BRV persönlich entgegen.

"Full House" im KölnSKY: Das abendliche Branchen-Get-Together, zu dem der BRV nach dem Fachprogramm der MV in die Eventlocation über den Dächern von Köln eingeladen hatte, bot Gelegenheit zum Networking in entspannter Atmosphäre. Das Angebot wurde ausgiebig genutzt.

Den kulinarischen Auftakt der Abendveranstaltung machte ein "fliegendes" Vorspeisenbuffet: Auch für das leibliche Wohl war bei der BRV-MV natürlich rundum gesorgt!

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